
Mag. Cornelia Pernkopf
Vorsitzende kath. Familienverband Steiermark
“Der Katholische Familienverband ist sich jedoch auch bewusst, dass nicht jede Schwangerschaft bei einer Frau geplant und erhofft ist und nimmt den “Tag des Lebens” einmal mehr zum Anlass, mehr Beratungsangebote und Motivforschung bei Schwangerschaftskonflikten zu fordern. Vizepräsidentin Barbara Fruhwürth: „Eine anonyme Statistik und Motivforschung wäre eine dringend notwendige Grundlage für gezielte Beratungsangebote.”
Gleichzeitig appelliert die Vizepräsidentin an die Regierung, flankierende Maßnahmen wie ein flächendeckendes Netz an anerkannten psychosozialen und kostenfreien Beratungsstellen, eine Reform des Familienhärteausgleichsfonds oder die Einführung einer zumindest dreitägigen Bedenkzeit zwischen ärztlicher Beratung und Abbruch der Schwangerschaft im Ärztegesetz zu verankern, umzusetzen. Fruhwürth verweist dabei auf eine ähnliche Bedenkzeit, die es vor kosmetischen Operationen gibt: „Bei einer Nasenkorrektur sind zwischen Beratungsgespräch und Operation gesetzlich 14 Tage Bedenkzeit verpflichtend, um ausreichend Zeit für die Entscheidungsfindung zu haben,“ sagt die Vizepräsidentin und fragt: „Warum gilt das nicht auch für einen Eingriff wie den Schwangerschaftsabbruch?“ Bei dem Thema vermisst sie eine faktenbasierte Diskussion, bei der Frauen und Kinder im Mittelpunkt stehen.”















Mädchen unerwünscht
In Indien werden in den nächsten zehn Jahren etwa sieben Millionen weibliche Babys zu wenig geboren werden. Ursache dafür sind gezielte Abtreibungen von Mädchen. Sichtbar sind die Auswirkungen schon in China: Millionen Männer im heiratsfähigen Alter finden keine Partnerin. Durch die jahrzehntelange Ein-Kind-Politik wurden kulturell bedingt bevorzugt Buben geboren; Mädchen wurden selektiv abgetrieben.
Obwohl die Geschlechterselektion heute in mindestens 36 Ländern verboten ist, verzeichnet nicht nur Asien zu viele männliche Geburten. Auch einige europäische Länder, darunter Aserbaidschan, Armenien, Georgien und Albanien sind von der Selektion betroffen.
Anfangs wurde noch gehofft, der Männerüberschuss würde den Status der Frauen aufgrund ihres „Knappheitswerts“ verbessern. Offenbar passiert aber genau das Gegenteil. Der Import von Mädchen nach China hat sich zu einem lukrativen Geschäft entwickelt, die Frau wird zunehmend als Ware betrachtet. Auch das hohe Ausmaß der sexuellen Gewalt an Frauen in Asien wird mit der Frauenknappheit in Verbindung gebracht.
Feministinnen aller Welt, wo seid ihr? Warum meldet ihr euch dazu nicht?
Evident ist die psychische und emotionale Gewaltausübung gegenüber Frauen in diesen Ländern, die sich weigern, einen weiblichen Fötus abtreiben zu lassen. Warum dieser Druck? In vielen Kulturen werden Frauen immer noch auffällig benachteiligt: Söhne erhalten gesellschaftlich einen höheren Stellenwert; sie versorgen und kümmern sich um die Eltern, während Töchter Kosten verursachen, etwa, wenn sie verheiratet werden und eine Mitgift in die Ehe mitbringen müssen. In Indien erhalten Töchter nicht die gleiche Ernährung oder medizinische Versorgung wie Buben. Allzu viele von ihnen sterben noch im Kindesalter.
In dem Dokumentarfilm „It’s a Girl“ gibt es eine ebenso grausige wie herzzerreißende Szene: Eine nervös lächelnde Frau beschreibt, wie sie ihre acht neugeborenen Töchter getötet hat. Dabei greift sie sich mit der Hand an den Hals, um anzudeuten, dass sie sie erwürgt hat – und es sieht fast so aus, als ob sie sich selbst erwürgen würde. Was sie auf eine emotionelle Art ja auch getan hat.
#fairändern steht für faire Chancen – für Männer und Frauen. Die Geschlechterselektion zugunsten von Buben stellt ein Verbrechen an Mädchen dar. Die Auswirkungen werden wir noch lange zu tragen haben.
Was, wenn wir gerade die abgetrieben haben, die sich für eine Gleichstellung eingesetzt hätten?
Gedankenfutter von Petra Plonner
*https://www.suedwind-magazin.at/maedchen-unerwuenscht
*https://science.orf.at/stories/3201412
*https://www.tt.com/artikel/30747918/sieben-millionen-weniger-maedchen-in-indien-wegen-abtreibungen
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