
Mag. Cornelia Pernkopf
Vorsitzende kath. Familienverband Steiermark
“Der Katholische Familienverband ist sich jedoch auch bewusst, dass nicht jede Schwangerschaft bei einer Frau geplant und erhofft ist und nimmt den “Tag des Lebens” einmal mehr zum Anlass, mehr Beratungsangebote und Motivforschung bei Schwangerschaftskonflikten zu fordern. Vizepräsidentin Barbara Fruhwürth: „Eine anonyme Statistik und Motivforschung wäre eine dringend notwendige Grundlage für gezielte Beratungsangebote.”
Gleichzeitig appelliert die Vizepräsidentin an die Regierung, flankierende Maßnahmen wie ein flächendeckendes Netz an anerkannten psychosozialen und kostenfreien Beratungsstellen, eine Reform des Familienhärteausgleichsfonds oder die Einführung einer zumindest dreitägigen Bedenkzeit zwischen ärztlicher Beratung und Abbruch der Schwangerschaft im Ärztegesetz zu verankern, umzusetzen. Fruhwürth verweist dabei auf eine ähnliche Bedenkzeit, die es vor kosmetischen Operationen gibt: „Bei einer Nasenkorrektur sind zwischen Beratungsgespräch und Operation gesetzlich 14 Tage Bedenkzeit verpflichtend, um ausreichend Zeit für die Entscheidungsfindung zu haben,“ sagt die Vizepräsidentin und fragt: „Warum gilt das nicht auch für einen Eingriff wie den Schwangerschaftsabbruch?“ Bei dem Thema vermisst sie eine faktenbasierte Diskussion, bei der Frauen und Kinder im Mittelpunkt stehen.”















Zu viele falsch positive Tests?
Eine Journalistin der New York Times deckte kürzlich auf, dass bei 85 % (!) der sogenannten nicht-invasiven vorgeburtlichen Tests ein falsch positives Ergebnis angezeigt wird. Bei diesen Tests wird der Mutter Blut abgenommen und untersucht, ob Auffälligkeiten, die auf eine genetische Krankheit des Kindes hindeuten, zu finden sind. Etwa ein Drittel aller Schwangeren ließ die Tests durchführen; bei 85% zeigten sie falsche „Auffälligkeiten“ bei völlig gesunden Kindern.
Die angepriesenen Tests beim Arzt versprechen der Schwangeren „Sicherheit“ und „ein gutes Gefühl“ und so wird ihr für die Analyse Blut abgenommen. Und dann kommt nicht selten wenig später ein Anruf des Arztes, dass „vielleicht etwas nicht stimmt“. Es folgen weitere – invasive und oft schmerzhafte – Tests wie eine Amniozentese (Fruchtwasseruntersuchung) oder Blutabnahme durch die Nabelschnur, die dann feststellen, dass die erste Annahme falsch war und keine Auffälligkeiten vorhanden sind.
Nun könnte man denken, dass die Frauen erleichtert sind, wenn keine Krankheit vorliegt, doch die Erfahrung der Journalistin der Times, die mit vielen Betroffenen gesprochen hat, ist eine andere. Die Schwangere weiß zum Zeitpunkt des ersten Tests nicht, dass dieser einen falschen Verdacht geliefert hat. Es folgen viele weitere Tests, Verunsicherung und auch Gedanken an einen Abbruch der Schwangerschaft. Die Journalistin berichtet von Frauen, die sich Monate und sogar Jahre nach der Geburt des gesunden Kindes immer noch dabei ertappen, nach Symptomen der damals vermuteten Krankheit Ausschau zu halten; Frauen, die nach lang unerfülltem Kinderwunsch und in freudiger Erwartung auf das Kind den Gedanken an eine Abtreibung wälzen.
Das alles sei bedenken, wenn Schwangeren diese – auf den ersten Blick harmlosen – Tests angeboten werden. Diese Tests sind auf einen großen Markt mit wenig tatsächlich Betroffenen ausgerichtet. Dass die vorgeburtlichen Untersuchungen wichtig und sinnvoll sind, ist unbestritten (siehe dazu unseren Blog), aber wird hier bewusst Geld mit der Verunsicherung der Frauen gemacht? Eine Schwangerschaft ist schließlich keine Krankheit!
Haben Sie Erfahrungen mit vorgeburtlichen Untersuchungen? Schreiben Sie uns an info (at) fairändern.at!
Podcast der Journalistin (auf Englisch): https://podcasts.apple.com/…/an…/id1200361736…
Artikel in der New York Times: https://www.nytimes.com/…/pregnancy-birth-genetic…#fairändern#Abtreibung#schwangerschaft#pregnancy#HoffnungaufeinKind#Schwangerschaft
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