
Mag. Cornelia Pernkopf
Vorsitzende kath. Familienverband Steiermark
“Der Katholische Familienverband ist sich jedoch auch bewusst, dass nicht jede Schwangerschaft bei einer Frau geplant und erhofft ist und nimmt den “Tag des Lebens” einmal mehr zum Anlass, mehr Beratungsangebote und Motivforschung bei Schwangerschaftskonflikten zu fordern. Vizepräsidentin Barbara Fruhwürth: „Eine anonyme Statistik und Motivforschung wäre eine dringend notwendige Grundlage für gezielte Beratungsangebote.”
Gleichzeitig appelliert die Vizepräsidentin an die Regierung, flankierende Maßnahmen wie ein flächendeckendes Netz an anerkannten psychosozialen und kostenfreien Beratungsstellen, eine Reform des Familienhärteausgleichsfonds oder die Einführung einer zumindest dreitägigen Bedenkzeit zwischen ärztlicher Beratung und Abbruch der Schwangerschaft im Ärztegesetz zu verankern, umzusetzen. Fruhwürth verweist dabei auf eine ähnliche Bedenkzeit, die es vor kosmetischen Operationen gibt: „Bei einer Nasenkorrektur sind zwischen Beratungsgespräch und Operation gesetzlich 14 Tage Bedenkzeit verpflichtend, um ausreichend Zeit für die Entscheidungsfindung zu haben,“ sagt die Vizepräsidentin und fragt: „Warum gilt das nicht auch für einen Eingriff wie den Schwangerschaftsabbruch?“ Bei dem Thema vermisst sie eine faktenbasierte Diskussion, bei der Frauen und Kinder im Mittelpunkt stehen.”















Plädoyer für einen Perspektivenwechsel
Wieviel ungeplante Schwangerschaften gibt es eigentlich in Österreich? Das lässt sich schwer beziffern, einige Zehntausend werden es schon sein! Denn zu den ca. 35.000 Abtreibungen pro Jahr (der überwiegende Großteil davon sind ungeplante Schwangerschaften) kommen noch einige Tausend Frauen die trotz allem ihr Kind zur Welt bringen. Bis vor kurzem wahrscheinlich sowieso der Daseinsgrund für die meisten von uns!
Wir sind irgendwann weggekommen vom Gedanken dass ein Kind immer ein Geschenk ist, hin zur absoluten Planbarkeit des Lebens. Und das geht so weit, dass ein Kind sogar „aus der Welt“ geschafft wird.
Ungeplante Schwangerschaften hat es immer gegeben und wird es auch immer geben. Aber: Wie wir damit umgehen, kann sich ändern. Früher wurden mancherorts unerwünschte Neugeborene vom Familienoberhaupt getötet, heute einfach weggelegt und dem Sterben überlassen (besonders die Mädchen!). In moderneren Gesellschaften hingegen werden sie noch vor der Geburt „weggemacht“, sauber und sicher, wie es heißt.
Ungeplante Schwangerschaften können wir offenbar nicht abschaffen. Wohl aber unseren Katastrophenblick darauf. Ich wünsche mir eine wahrhaft zivilisierte Gesellschaft, in der wir einander unterstützen und Mut machen, so dass wir „guter Hoffnung“ in die Zukunft blicken können. Ich glaube, dass das nur einen Perspektivenwechsel braucht. Wir können das schaffen. Glaubst du das auch?
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