
Mag. Cornelia Pernkopf
Vorsitzende kath. Familienverband Steiermark
“Der Katholische Familienverband ist sich jedoch auch bewusst, dass nicht jede Schwangerschaft bei einer Frau geplant und erhofft ist und nimmt den “Tag des Lebens” einmal mehr zum Anlass, mehr Beratungsangebote und Motivforschung bei Schwangerschaftskonflikten zu fordern. Vizepräsidentin Barbara Fruhwürth: „Eine anonyme Statistik und Motivforschung wäre eine dringend notwendige Grundlage für gezielte Beratungsangebote.”
Gleichzeitig appelliert die Vizepräsidentin an die Regierung, flankierende Maßnahmen wie ein flächendeckendes Netz an anerkannten psychosozialen und kostenfreien Beratungsstellen, eine Reform des Familienhärteausgleichsfonds oder die Einführung einer zumindest dreitägigen Bedenkzeit zwischen ärztlicher Beratung und Abbruch der Schwangerschaft im Ärztegesetz zu verankern, umzusetzen. Fruhwürth verweist dabei auf eine ähnliche Bedenkzeit, die es vor kosmetischen Operationen gibt: „Bei einer Nasenkorrektur sind zwischen Beratungsgespräch und Operation gesetzlich 14 Tage Bedenkzeit verpflichtend, um ausreichend Zeit für die Entscheidungsfindung zu haben,“ sagt die Vizepräsidentin und fragt: „Warum gilt das nicht auch für einen Eingriff wie den Schwangerschaftsabbruch?“ Bei dem Thema vermisst sie eine faktenbasierte Diskussion, bei der Frauen und Kinder im Mittelpunkt stehen.”















Safe Abortion Day 2022
„Zugang zu sicheren und kostenlosen Abtreibungen ist ein Frauenrecht! Das lassen wir uns nicht nehmen!“ Klatschen. Unterstützungsrufe. So geschehen bei einer Kundgebung am „Safe Abortion Day“ am 28. September in Wien. Dann zog die kleine Schar radikaler Abtreibungsbefürworter vor das Parlament und das Justizministerium. Dazwischen Reden von Vereinen wie Ciocia Wienia, dem Frauenring und anderen radikal-feministischen Gruppierungen. Gefordert wird vor allem ein Entkriminalisieren von Abtreibung, eine absolute Freigabe und Bezahlung auf Krankenschein. Denn eine Abtreibung sei kein großes Ding, vor allem mit der Abtreibungspille eine echte Do-It-Yourself Sache. Da habe sich keiner einzumischen. Schon gar nicht „die Politik“ mit irgendwelchen Gesetzen die Frauenrechte einschränken würden. Von der kleinen Bühne kommt durch den Lautsprecher: „Sarah* hier neben mir hatte 25 Abtreibungen! Und es geht ihr bitte schön gut!“ Wie bitte? 25 Abtreibungen?? Dafür kann es eigentlich nur zwei Erklärungen geben. Entweder muss das arme Mädel sich und ihrem Gewissen immer und immer wieder beweisen, dass es „okay“ ist, eine Abtreibung zu haben und wird deshalb (unbewusst) so oft schwanger oder sie sollte dringend mit einem Gynäkologen ein Aufklärungsgespräch führen. Es ist wohl auf ersteres zu tippen.
Vielleicht ist eine Abtreibung also doch keine so „easy“ Sache. Und hinterlässt neben möglichen körperlichen vor allem psychische Spuren. Vielleicht täte es Aktivisten dieser radikalen Ansichten gut, sich einmal damit auseinanderzusetzen. Damit Sarah* und ihre Mitstreiter vielleicht eine neue Perspektive bekommen.
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*Name geändert
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