Bischof Wilhelm Krautwaschl
Bischof Diözese Graz-Seckau
“Warum gibt es uns? Warum gibt es Menschen? Ohne einen Glauben an Gott, der allem, was ist und geschieht, einen Sinn verleiht, ist das schwierig zu beantworten. Gott hat uns, die Menschen, als ein Gegenüber in der Schöpfung geschaffen – so jedenfalls sehen wir es als Christen. Aus diesem Grund gibt es uns Menschen – sogar als Gottes Ebenbild. In Jesus Christus, seinem Mensch gewordenen Sohn, wird dies unüberbietbar deutlich.
Gott haucht uns das Leben ein – das Leben hier auf unserer Welt bis hinein in die Ewigkeit, wenn unsere beschränkte Lebenszeit zu Ende ist. Jedes einzelne Leben ist also grundsätzlich ein Geschenk Gottes. Es gibt nichts wertvolleres und wichtigeres als neues, menschliches Leben. Daher gilt: Jedes Leben ist lebenswert, jedes Leben ist mit einer eigenen Qualität ausgestattet, mit eigenen Möglichkeiten, den Weg durch das Leben und hin zu Gott zu gehen.
So freue ich mich über das vielfache “Ja” zum Leben, das immer wieder gegeben wird – und dies auch in schwierigen Zeiten und unter besonderen Umständen. Dann kann die Kirche helfen. Auch #fairändern setzt sich für gute Lösungen ein, die dem Leben dienen. Deshalb sage ich ein herzliches „Vergelt’s Gott“, dass es diese Initiative gibt.”
Vor wenigen Tagen hat sich das Europäische Parlament in einer Abstimmung dafür ausgesprochen, Abtreibung in die Grundrechte-Charta aufzunehmen. Eine Mehrheit von 336 Abgeordneten stimmte für eine entsprechende Resolution, 163 stimmten dagegen und 39 enthielten sich. Diese Abstimmung ist nicht bindend, für eine Änderung ist eine Einstimmigkeit aller EU-Mitgliedsstaaten erforderlich. Das ist nicht sehr wahrscheinlich, dennoch ist diese erstmalige Mehrheitsmeinung der EU-Parteien erschreckend! Seit vielen Jahrzehnten versuchen verschiedene Kräfte den Schwangerschaftsabbruch europaweit zu fördern.
Was bedeutet es, wenn diese in sich widersinnige Forderung – Abtreibung sei ein Grundrecht – von immer mehr europäischen Staaten vorangetrieben wird? Unter dem Deckmantel von „Frauenrechten“, „Selbstbestimmung“ und „reproduktive Gesundheit“ wird versucht, den Schwangerschaftsabbruch als „Gesundheitsleistung“ zu etablieren. Eine Schwangerschaft ist aber keine Krankheit! Sie bedeutet, dass eine Frau ein Kind erwartet – wenn auch ungeplant. Und eine Abtreibung ist und bleibt ein Übel, das weitreichende Spuren in unserer Gesellschaft hinterlässt.
Gesetze sind dazu da, die wahren Grundrechte zu schützen. Denn nur dieser Schutz ermöglicht wahre Freiheit, auch für die Frauen. Schon jetzt steht mindestens jede zweite Frau unter starkem Druck Richtung Abtreibung (Link zur Umfrage). Ein Skandal – hier muss angesetzt werden!
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