
Mag. Cornelia Pernkopf
Vorsitzende kath. Familienverband Steiermark
“Der Katholische Familienverband ist sich jedoch auch bewusst, dass nicht jede Schwangerschaft bei einer Frau geplant und erhofft ist und nimmt den “Tag des Lebens” einmal mehr zum Anlass, mehr Beratungsangebote und Motivforschung bei Schwangerschaftskonflikten zu fordern. Vizepräsidentin Barbara Fruhwürth: „Eine anonyme Statistik und Motivforschung wäre eine dringend notwendige Grundlage für gezielte Beratungsangebote.”
Gleichzeitig appelliert die Vizepräsidentin an die Regierung, flankierende Maßnahmen wie ein flächendeckendes Netz an anerkannten psychosozialen und kostenfreien Beratungsstellen, eine Reform des Familienhärteausgleichsfonds oder die Einführung einer zumindest dreitägigen Bedenkzeit zwischen ärztlicher Beratung und Abbruch der Schwangerschaft im Ärztegesetz zu verankern, umzusetzen. Fruhwürth verweist dabei auf eine ähnliche Bedenkzeit, die es vor kosmetischen Operationen gibt: „Bei einer Nasenkorrektur sind zwischen Beratungsgespräch und Operation gesetzlich 14 Tage Bedenkzeit verpflichtend, um ausreichend Zeit für die Entscheidungsfindung zu haben,“ sagt die Vizepräsidentin und fragt: „Warum gilt das nicht auch für einen Eingriff wie den Schwangerschaftsabbruch?“ Bei dem Thema vermisst sie eine faktenbasierte Diskussion, bei der Frauen und Kinder im Mittelpunkt stehen.”















Verloren, aber nicht vergessen
Der Verlust eines Kindes in der Schwangerschaft ist ein erschütterndes Ereignis, das viele betrifft, aber viel zu wenig thematisiert wird. Zwischen 15 und 20 Prozent der bereits festgestellten Schwangerschaften enden in einer Fehl- oder Totgeburt. Von einem Tag auf den anderen ist plötzlich alles anders. Ob Wunschkind oder ungeplant, das Hoffen nimmt ein jähes Ende. Oft ist es ein kurzer Satz eines Arztes, der einem den Boden unter den Füßen entzieht: „Es ist kein Herzschlag zu erkennen.“ Und dann wird das Kind zur Welt gebracht. Tot. Es ist nicht zu ändern, egal wie sehr man hofft, klagt, weint, bittet, fleht. Zur Trauer mischen sich Schuldgefühle. „Habe ich etwas falsch gemacht?“ Auch wenn die Frau rational weiß, dass sie nichts für den Tod des Kindes kann, so ist das emotional doch wieder ein anderes Thema.
So sehr das Umfeld meist versucht, der Frau zu helfen, es „leichter“ zu ertragen, so unerträglich sind gut gemeinte Sätze wie „Na, wirst sehen, es wird schon noch klappen!“, „Probiert es halt weiter!“ oder „Du hast wenigstens eh schon zwei gesunde Kinder!“ Aber leider blockieren solche Aussagen echte Trauer, sie nehmen den Raum und die Zeit, die die Verarbeitung eines so tiefen Verlustes brauchen. Um jedes verlorene Kind darf und muss getrauert werden, unabhängig von der Anzahl der schon lebenden Kinder oder der potenziell noch kommenden.
Frauenministerin Susanne Raab wünscht sich eine bessere Betreuung jener Mütter, die viel zu früh loslassen mussten. Die Nachsorge durch eine Hebamme bei einer Fehlgeburt nach der 18. Woche soll künftig von der Krankenkasse übernommen werden. Auch die 500-Gramm-Grenze soll neu gedacht werden, wiegt ein Kind mehr als 500 Gramm ist es eine Totgeburt, darunter eine Fehlgeburt und es gibt weder Mutterschutz noch Nachbetreuung durch eine Hebamme. Eine Änderung diesbezüglich könnte ein erster wichtiger Schritt raus aus dem Tabu sein.
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https://www.derstandard.at/story/3000000220893/bessere-betreuung-nach-fehlgeburten-soll-kommen
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