
Mag. Cornelia Pernkopf
Vorsitzende kath. Familienverband Steiermark
“Der Katholische Familienverband ist sich jedoch auch bewusst, dass nicht jede Schwangerschaft bei einer Frau geplant und erhofft ist und nimmt den “Tag des Lebens” einmal mehr zum Anlass, mehr Beratungsangebote und Motivforschung bei Schwangerschaftskonflikten zu fordern. Vizepräsidentin Barbara Fruhwürth: „Eine anonyme Statistik und Motivforschung wäre eine dringend notwendige Grundlage für gezielte Beratungsangebote.”
Gleichzeitig appelliert die Vizepräsidentin an die Regierung, flankierende Maßnahmen wie ein flächendeckendes Netz an anerkannten psychosozialen und kostenfreien Beratungsstellen, eine Reform des Familienhärteausgleichsfonds oder die Einführung einer zumindest dreitägigen Bedenkzeit zwischen ärztlicher Beratung und Abbruch der Schwangerschaft im Ärztegesetz zu verankern, umzusetzen. Fruhwürth verweist dabei auf eine ähnliche Bedenkzeit, die es vor kosmetischen Operationen gibt: „Bei einer Nasenkorrektur sind zwischen Beratungsgespräch und Operation gesetzlich 14 Tage Bedenkzeit verpflichtend, um ausreichend Zeit für die Entscheidungsfindung zu haben,“ sagt die Vizepräsidentin und fragt: „Warum gilt das nicht auch für einen Eingriff wie den Schwangerschaftsabbruch?“ Bei dem Thema vermisst sie eine faktenbasierte Diskussion, bei der Frauen und Kinder im Mittelpunkt stehen.”















Petition erfolgreich!
Salzburger Landtag beschließt Schritte für bessere Unterstützung bei ungeplanter Schwangerschaft
Salzburg, 11. März 2026
Unterstützung für Schwangere ausbauen, Hintergründe zu den Abbrüchen erforschen, Adoptionsverfahren erleichtern – Entschließungsantrag von Regierungsparteien angenommen.
Die #fairändern Petition zur Verbesserung der Unterstützung für Frauen bei ungeplanter Schwangerschaft wurde im Salzburger Landtag im Rahmen des Petitionsausschusses am 11. März angenommen und in einen Entschließungsantrag überführt.
Petentin Carina Eder spricht darüber, dass „Frauen hier in Salzburg freundlich, aber wie am Fließband abgefertigt werden. Niemand kümmert sich darum, ob sie wirklich selbstbestimmt zur Abtreibung gehen oder dem enormen Druck aus ihrem Umfeld nachgeben. Ungewollte Abtreibungen verursachen immenses Leid und finden in großer Zahl statt. Darüber muss gesprochen werden.“
Nun wird der Bedarf an Studien zu Schwangerschaftsabbrüchen beleuchtet. Dabei sollen unter anderem Ursachen, Entscheidungsfaktoren sowie soziale und wirtschaftliche Rahmenbedingungen von Frauen untersucht werden, um Handlungsbedarf festzustellen.
Experte Dr. Florian Baumgartner: „Die Zahlen der Abtreibungen in Salzburg liegen seit 20 Jahren konstant bei 700-900, das sind 28-38 Schulklassen pro Jahr, und das, obwohl mehr verhütet wird als jemals zuvor. Es muss dringend gehandelt werden, denn nicht jede unerwartete Schwangerschaft muss in einer Abtreibung enden.“
Darüber hinaus sieht der Entschließungsantrag vor, Frauen bei ungeplanter Schwangerschaft künftig besser über bestehende Unterstützungsangebote zu informieren. Dazu zählen etwa Beratungsangebote, finanzielle Leistungen sowie Hilfen im sozialen Bereich.
Landtagsabgeordnete Mag. Jöbstl-Bichlmann (ÖVP) betont: „Frauen in dieser Notsituation zu beraten, welche Möglichkeiten sie haben, so dass sie sich dann vielleicht doch für das Kind entscheiden, das hat nichts mit Beeinflussung zu tun. Information und Beratung kann nie schlecht sein.“
Auch Landtagsabgeordnete Karin Berger (FPÖ) erklärt: „Es geht um die Unterstützung von Frauen, die aufgrund einer ungewollten Schwangerschaft in einer Notsituation sind. Frauen, die in der Zwickmühle sind, weil sie ihr Kind gerne bekommen möchten, aber sich keinen Ausweg sehen – hier soll man mehr Beratungsmöglichkeiten schaffen.“
Adoption und Pflegeelternschaft sollen ebenfalls stärker in den Blick genommen werden. Der Landesregierung wird aufgetragen, dem Salzburger Landtag innerhalb von sechs Monaten über die gesetzten Schritte zu berichten.
Die Initiatorinnen der Petition zeigen sich über die Annahme erfreut. „Die Umsetzung dieser Petition ist ein wichtiges Signal. Viele Menschen haben sich in den vergangenen Monaten engagiert, Unterschriften gesammelt und das Anliegen unterstützt. Es freut uns, dass dieses Engagement nun zu konkreten politischen Schritten führt.“
#fairändern ist eine österreichische Bürgerbewegung, die seit Jahren mehr Unterstützung für Frauen im Schwangerschaftskonflikt einfordert, zuletzt mit einer Parlamentarischen Bürgerinitiative mit über 60.000 Unterschriften. Aus ihrer Erfahrung weiß Vorsitzende Petra Plonner: „Frauen treiben nicht aus Überzeugung ab, sondern aus Verzweiflung. Wir müssen echte Alternativen für ein Leben mit Kind schaffen.“
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