
Mag. Cornelia Pernkopf
Vorsitzende kath. Familienverband Steiermark
“Der Katholische Familienverband ist sich jedoch auch bewusst, dass nicht jede Schwangerschaft bei einer Frau geplant und erhofft ist und nimmt den “Tag des Lebens” einmal mehr zum Anlass, mehr Beratungsangebote und Motivforschung bei Schwangerschaftskonflikten zu fordern. Vizepräsidentin Barbara Fruhwürth: „Eine anonyme Statistik und Motivforschung wäre eine dringend notwendige Grundlage für gezielte Beratungsangebote.”
Gleichzeitig appelliert die Vizepräsidentin an die Regierung, flankierende Maßnahmen wie ein flächendeckendes Netz an anerkannten psychosozialen und kostenfreien Beratungsstellen, eine Reform des Familienhärteausgleichsfonds oder die Einführung einer zumindest dreitägigen Bedenkzeit zwischen ärztlicher Beratung und Abbruch der Schwangerschaft im Ärztegesetz zu verankern, umzusetzen. Fruhwürth verweist dabei auf eine ähnliche Bedenkzeit, die es vor kosmetischen Operationen gibt: „Bei einer Nasenkorrektur sind zwischen Beratungsgespräch und Operation gesetzlich 14 Tage Bedenkzeit verpflichtend, um ausreichend Zeit für die Entscheidungsfindung zu haben,“ sagt die Vizepräsidentin und fragt: „Warum gilt das nicht auch für einen Eingriff wie den Schwangerschaftsabbruch?“ Bei dem Thema vermisst sie eine faktenbasierte Diskussion, bei der Frauen und Kinder im Mittelpunkt stehen.”















22. Nicht nur eine Zahl.
22 Wochen. Man könnte auch sagen 5 ½ Monate. Ein Bündnis in Deutschland fordert die Freigabe der Abtreibung bis zur 22. Schwangerschaftswoche.
Wenn Sie diesen Satz gelesen haben, öffnen Sie doch bitte kurz die Suchmaschine auf dem Gerät, das Sie gerade verwenden und schreiben Sie „22. Schwangerschaftswoche“ hinein. Sie werden Bilder sehen. Wahrscheinlich nicht von einer Schwangerschaft, sondern von einem Baby. Es wiegt zu diesem Zeitpunkt rund ein halbes Kilogramm und ist etwa 25cm groß. Man kann viel über den Beginn des Lebens diskutieren. Das aber ist ein Kind. Über diese nachweisbare Tatsache wird im deutschen Gesetzesvorschlag nicht gesprochen. Als gäbe es sie nicht.
Wir alle, die Elternschaft erfahren haben, wissen, wie sich das anfühlt: Der Gedanke, wie groß unser Baby bereits ist, ob es wohl unsere Stimmen schon wahrnehmen kann, die sanften Tritte wie Schmetterlingsflügel in unserem Bauch. Wir lassen uns das Geschlecht sagen und denken uns Namen aus. 22 Wochen. Das ist nicht nur eine Zahl. Mit 22 Wochen können einige Babys mit etwas Unterstützung bereits außerhalb des Mutterleibes überleben. Die Medizintechnik schreitet schnell voran. Das nennen wir Fortschritt.
Abtreibung bis zur 22. Schwangerschaftswoche ist kein Fortschritt. Es ist unmenschlich. Wir sollten uns besinnen und den Wert jedes Menschen – auch den der Kinder – wieder ganz neu in den Vordergrund rücken. Das Leben ist unvorhersehbar. Das Leben ist Beziehung. Es ist ein Abenteuer, das wir am besten in gegenseitiger Wertschätzung und gemeinsam erleben, auch durch Schwierigkeiten hindurch. Das ist wahrer Fortschritt im Menschsein.
Mag. Petra Plonner
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