Bischof Wilhelm Krautwaschl
Bischof Diözese Graz-Seckau
“Warum gibt es uns? Warum gibt es Menschen? Ohne einen Glauben an Gott, der allem, was ist und geschieht, einen Sinn verleiht, ist das schwierig zu beantworten. Gott hat uns, die Menschen, als ein Gegenüber in der Schöpfung geschaffen – so jedenfalls sehen wir es als Christen. Aus diesem Grund gibt es uns Menschen – sogar als Gottes Ebenbild. In Jesus Christus, seinem Mensch gewordenen Sohn, wird dies unüberbietbar deutlich.
Gott haucht uns das Leben ein – das Leben hier auf unserer Welt bis hinein in die Ewigkeit, wenn unsere beschränkte Lebenszeit zu Ende ist. Jedes einzelne Leben ist also grundsätzlich ein Geschenk Gottes. Es gibt nichts wertvolleres und wichtigeres als neues, menschliches Leben. Daher gilt: Jedes Leben ist lebenswert, jedes Leben ist mit einer eigenen Qualität ausgestattet, mit eigenen Möglichkeiten, den Weg durch das Leben und hin zu Gott zu gehen.
So freue ich mich über das vielfache “Ja” zum Leben, das immer wieder gegeben wird – und dies auch in schwierigen Zeiten und unter besonderen Umständen. Dann kann die Kirche helfen. Auch #fairändern setzt sich für gute Lösungen ein, die dem Leben dienen. Deshalb sage ich ein herzliches „Vergelt’s Gott“, dass es diese Initiative gibt.”
22. Nicht nur eine Zahl.
22 Wochen. Man könnte auch sagen 5 ½ Monate. Ein Bündnis in Deutschland fordert die Freigabe der Abtreibung bis zur 22. Schwangerschaftswoche.
Wenn Sie diesen Satz gelesen haben, öffnen Sie doch bitte kurz die Suchmaschine auf dem Gerät, das Sie gerade verwenden und schreiben Sie „22. Schwangerschaftswoche“ hinein. Sie werden Bilder sehen. Wahrscheinlich nicht von einer Schwangerschaft, sondern von einem Baby. Es wiegt zu diesem Zeitpunkt rund ein halbes Kilogramm und ist etwa 25cm groß. Man kann viel über den Beginn des Lebens diskutieren. Das aber ist ein Kind. Über diese nachweisbare Tatsache wird im deutschen Gesetzesvorschlag nicht gesprochen. Als gäbe es sie nicht.
Wir alle, die Elternschaft erfahren haben, wissen, wie sich das anfühlt: Der Gedanke, wie groß unser Baby bereits ist, ob es wohl unsere Stimmen schon wahrnehmen kann, die sanften Tritte wie Schmetterlingsflügel in unserem Bauch. Wir lassen uns das Geschlecht sagen und denken uns Namen aus. 22 Wochen. Das ist nicht nur eine Zahl. Mit 22 Wochen können einige Babys mit etwas Unterstützung bereits außerhalb des Mutterleibes überleben. Die Medizintechnik schreitet schnell voran. Das nennen wir Fortschritt.
Abtreibung bis zur 22. Schwangerschaftswoche ist kein Fortschritt. Es ist unmenschlich. Wir sollten uns besinnen und den Wert jedes Menschen – auch den der Kinder – wieder ganz neu in den Vordergrund rücken. Das Leben ist unvorhersehbar. Das Leben ist Beziehung. Es ist ein Abenteuer, das wir am besten in gegenseitiger Wertschätzung und gemeinsam erleben, auch durch Schwierigkeiten hindurch. Das ist wahrer Fortschritt im Menschsein.
Mag. Petra Plonner
Vorsitzende #fairändern
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