
Mag. Cornelia Pernkopf
Vorsitzende kath. Familienverband Steiermark
“Der Katholische Familienverband ist sich jedoch auch bewusst, dass nicht jede Schwangerschaft bei einer Frau geplant und erhofft ist und nimmt den “Tag des Lebens” einmal mehr zum Anlass, mehr Beratungsangebote und Motivforschung bei Schwangerschaftskonflikten zu fordern. Vizepräsidentin Barbara Fruhwürth: „Eine anonyme Statistik und Motivforschung wäre eine dringend notwendige Grundlage für gezielte Beratungsangebote.”
Gleichzeitig appelliert die Vizepräsidentin an die Regierung, flankierende Maßnahmen wie ein flächendeckendes Netz an anerkannten psychosozialen und kostenfreien Beratungsstellen, eine Reform des Familienhärteausgleichsfonds oder die Einführung einer zumindest dreitägigen Bedenkzeit zwischen ärztlicher Beratung und Abbruch der Schwangerschaft im Ärztegesetz zu verankern, umzusetzen. Fruhwürth verweist dabei auf eine ähnliche Bedenkzeit, die es vor kosmetischen Operationen gibt: „Bei einer Nasenkorrektur sind zwischen Beratungsgespräch und Operation gesetzlich 14 Tage Bedenkzeit verpflichtend, um ausreichend Zeit für die Entscheidungsfindung zu haben,“ sagt die Vizepräsidentin und fragt: „Warum gilt das nicht auch für einen Eingriff wie den Schwangerschaftsabbruch?“ Bei dem Thema vermisst sie eine faktenbasierte Diskussion, bei der Frauen und Kinder im Mittelpunkt stehen.”















Beunruhigender Trend zu Heimabtreibungen
Die Zahl der chemischen Abtreibungen – also mit der Abtreibungspille Mifegyne – steigt europaweit an. In Deutschland werden knapp 30% der fast 100.000 Abtreibungen jährlich so durchgeführt. Als besonders „sicher und schonend“ für die Frauen angepriesen, wird die Pille seit Beginn der Pandemie vermehrt auch nach einem kurzen online geführten ärztlichen Gespräch einfach per Post zugeschickt.
Aber wie steht es wirklich um die „Sicherheit“ dieser Art von Abtreibung zu Hause? In Österreich gibt es – immer noch(!) – keine Zahlen oder Statistiken, aber eine Studie aus den USA belegt, dass Notfallspitaleinweisungen nach einer Heimabtreibung um das sechsfache gestiegen sind. Führt eine Frau eine zweite Abtreibung mit der Pille innerhalb von 12 Monaten durch, ist ihr Risiko, in der Notfallambulanz zu landen, doppelt so hoch wie beim ersten Mal.
Abgesehen von dem unhaltbaren Zustand, dass die Frau nicht medizinisch begleitet wird, hat das Abschieben der Abtreibung ins eigene Zuhause dramatische „Nebenwirkungen“. Oft hat diese Erfahrung zu Hause eine bleibende Traumatisierung zur Folge. Nicht nur verliert die Frau sehr viel Blut; sie kann – je nach Schwangerschaftswoche – auch den Fruchtsack mit dem Embryo erkennen. Aus Scham oder Furcht sind viele Frauen völlig allein in dieser Situation. Das eigene Heim wird zum Ort der Erinnerung an das Erlebte.
Do-it-yourself Abtreibungen zu Hause – sie sind nicht “sicher und schonend“! Frauen verdienen Besseres als eine Husch*-Pfusch*-Abtreibung! Frauen in Not nicht alleine lassen – #fairändern!
*Husch (in großer Eile, rasch)
*Pfusch ist eine umgangssprachliche Bezeichnung für die Arbeit einer Person ohne ausreichende Fachkenntnisse.
https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/23333928211053965
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