
Mag. Cornelia Pernkopf
Vorsitzende kath. Familienverband Steiermark
“Der Katholische Familienverband ist sich jedoch auch bewusst, dass nicht jede Schwangerschaft bei einer Frau geplant und erhofft ist und nimmt den “Tag des Lebens” einmal mehr zum Anlass, mehr Beratungsangebote und Motivforschung bei Schwangerschaftskonflikten zu fordern. Vizepräsidentin Barbara Fruhwürth: „Eine anonyme Statistik und Motivforschung wäre eine dringend notwendige Grundlage für gezielte Beratungsangebote.”
Gleichzeitig appelliert die Vizepräsidentin an die Regierung, flankierende Maßnahmen wie ein flächendeckendes Netz an anerkannten psychosozialen und kostenfreien Beratungsstellen, eine Reform des Familienhärteausgleichsfonds oder die Einführung einer zumindest dreitägigen Bedenkzeit zwischen ärztlicher Beratung und Abbruch der Schwangerschaft im Ärztegesetz zu verankern, umzusetzen. Fruhwürth verweist dabei auf eine ähnliche Bedenkzeit, die es vor kosmetischen Operationen gibt: „Bei einer Nasenkorrektur sind zwischen Beratungsgespräch und Operation gesetzlich 14 Tage Bedenkzeit verpflichtend, um ausreichend Zeit für die Entscheidungsfindung zu haben,“ sagt die Vizepräsidentin und fragt: „Warum gilt das nicht auch für einen Eingriff wie den Schwangerschaftsabbruch?“ Bei dem Thema vermisst sie eine faktenbasierte Diskussion, bei der Frauen und Kinder im Mittelpunkt stehen.”















Das Leben: Ungeplant und Unperfekt
Der gesellschaftliche Druck lastet heute schwerer denn je auf der nachkommenden Generation: Schule, Studium, Beruf und soziale Medien fordern Leistung und Perfektion. Die verbreiteten Ideale sind Reichtum, Karriere, Schönheit und eine Bilderbuchbeziehung.
Wenn es um Familienplanung geht, ist diese nur möglich, wenn alles gesichert ist und nach Plan läuft. Dass das Leben sich dem eigenen Plan häufig nicht anpasst, ist allgemein bekannt. So ist das Leben: ungeplant und unperfekt.
Ungeplant schwanger
Leider stehen ungeplant schwanger gewordene Frauen und deren Partner in großer Konfrontation mit den Idealen, die sie für ihr Leben zurechtgelegt haben. So ging es auch einem jungen Mann, Lukas*. Seine Freundin war schwanger. Beide waren sich einig, dass sie das Baby nicht bekommen können. Sowohl er als auch seine schwangere Freundin hatten einen sicheren Arbeitsplatz, die Wohnraumsituation war auch kein Hindernis und beide Großeltern würden sich riesig über Enkel freuen.
Aber es war eben nicht geplant: Sie wollten noch die Wohnung umbauen. Lukas Freundin wollte noch eine Zusatzausbildung machen. Es war nicht der richtige Zeitpunkt. Besser wäre es in einem Jahr gewesen – sie wollten einfach alles richtig machen.
Als er ein langes Gespräch mit einer Beraterin darüber führte, erkannte Lukas, dass die Gründe, die gegen das Kind zu sprechen schienen, unwichtig und nichtig waren. Er verstand, dass für ein Baby die Liebe seiner Eltern das Wichtigste ist. Was hätten sie beide fast für eine folgenschwere und furchtbare Entscheidung getroffen!
Die Schönheit im Unperfekten
Während des Gespräches spürte er, wie in ihm eine große Freude aufstieg, Papa zu werden. Die neu gewonnenen Erkenntnisse teilte er mit seiner Freundin. Gemeinsam entschieden sich die beiden schließlich für ihr Kind und sind jetzt als kleine Familie sehr glücklich und erfüllt. Ihre Entscheidung für ihr Baby bereuen sie nicht – im Gegenteil.
So gestaltet sich das Leben überraschend immer wieder ganz anders und neu. Schon jeder neue Tag birgt viele Überraschungen und macht so manchen Plan zunichte. Veränderungen und Abweichungen von ursprünglichen Plänen und Idealen können jedoch viel Positives und neue Chancen bieten.
#fairändern möchte mit dieser Geschichte den vielen jungen Singles und Paaren Mut zusprechen, Ja zu ihren ungeborenen Kindern zu sagen: Ungünstige Umstände können sich ändern, neue Chancen können sich eröffnen und viele Gründe, weswegen die Aussicht auf ein Kind zunächst unmöglich scheint, können einige Monate später schon gar nicht mehr existent sein. Daher fordert #fairändern umfassendere Aufklärung und Informationen, sowie längere Bedenkzeit und mehr Unterstützung für ungeplant Schwangere.
* Namen wurden zum Schutz der Privatsphäre geändert
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