
Mag. Cornelia Pernkopf
Vorsitzende kath. Familienverband Steiermark
“Der Katholische Familienverband ist sich jedoch auch bewusst, dass nicht jede Schwangerschaft bei einer Frau geplant und erhofft ist und nimmt den “Tag des Lebens” einmal mehr zum Anlass, mehr Beratungsangebote und Motivforschung bei Schwangerschaftskonflikten zu fordern. Vizepräsidentin Barbara Fruhwürth: „Eine anonyme Statistik und Motivforschung wäre eine dringend notwendige Grundlage für gezielte Beratungsangebote.”
Gleichzeitig appelliert die Vizepräsidentin an die Regierung, flankierende Maßnahmen wie ein flächendeckendes Netz an anerkannten psychosozialen und kostenfreien Beratungsstellen, eine Reform des Familienhärteausgleichsfonds oder die Einführung einer zumindest dreitägigen Bedenkzeit zwischen ärztlicher Beratung und Abbruch der Schwangerschaft im Ärztegesetz zu verankern, umzusetzen. Fruhwürth verweist dabei auf eine ähnliche Bedenkzeit, die es vor kosmetischen Operationen gibt: „Bei einer Nasenkorrektur sind zwischen Beratungsgespräch und Operation gesetzlich 14 Tage Bedenkzeit verpflichtend, um ausreichend Zeit für die Entscheidungsfindung zu haben,“ sagt die Vizepräsidentin und fragt: „Warum gilt das nicht auch für einen Eingriff wie den Schwangerschaftsabbruch?“ Bei dem Thema vermisst sie eine faktenbasierte Diskussion, bei der Frauen und Kinder im Mittelpunkt stehen.”















Selbstbestimmt sterben?
Seit Menschengedenken war es unser oberstes Bestreben, unser Leben zu schützen, zu bewahren, zu verlängern, angenehm und gelungen zu gestalten. Das Leben war seit eh und je das höchste Gut.
Nun aber wollen wir „selbstbestimmt sterben“ und sollen einander dabei auch noch „helfen“. Mit Entscheidung vom 11.12.2020 hob der Verfassungsgerichtshof das strafrechtliche Verbot der Beihilfe zum Suizid auf; ab 1. 1. 2022 wird es nun in Österreich möglich sein, aus der Apotheke ein Medikament zu holen, um sich selbst zu töten.
Nun ist das Töten an und für sich nichts Neues. Unsere Geschichte zeugt davon. Allerdings wurde getötet, um sich selbst, seine Liebsten, seinen Nachwuchs, sein Dorf, seine Gesellschaft am Leben zu erhalten. Nun hat sich der Spieß umgedreht und ist gegen uns selbst gerichtet. Sind wir uns selbst zum Feind geworden? Das sogenannte Selbstbestimmungsrecht gipfelt in ungeahnten, irrationalen Höhen.
Natürlich steht fest: Niemand will leiden. Aber wer von uns lebt tatsächlich ohne Leiden? Und damit ist nicht nur Krankheit gemeint. Die Ehe, die Ehelosigkeit, eine Scheidung bringt Leiden mit sich. Unter Kinderlosigkeit wird gelitten, aber auch unter dem Vorhandensein von Kindern. Der Arbeitslose leidet mitunter wie auch der Arbeitende. Worin mündet diese Mentalität, die nicht leiden/oder nicht leiden sehen will? Im Bereich der Abtreibung können wir die Zeichen sehen: Wir töten das behinderte Kind bereits bevor es geboren wird, damit es „nicht leiden“ muss. Wir brechen die Schwangerschaft ab, weil das Kind kein schönes Leben oder zumindest keinen guten Start haben würde. Lohnt es sich überhaupt noch, zu leben?
Und ob! Es ist und bleibt das schönste unverdiente Geschenk und das höchste Gut. Es ist ein Abenteuer, zu dem Täler ebenso gehören wie Berge, Sonnenschein wie Regen. Und ja, so wie das Geborenwerden gehört auch der Tod zu seiner Zeit dazu. Und ja, die wenigsten von uns werden gesund sterben. Das Leben ist keine Momentaufnahme, es ist Bewegung, es ist ein Weg. Und es ist dann am besten, wenn wir auf diesem Weg füreinander da sind. Darum ist es unser Wunsch, Wege für das Leben zu finden. Das ist wahrer Fortschritt!
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