
Mag. Cornelia Pernkopf
Vorsitzende kath. Familienverband Steiermark
“Der Katholische Familienverband ist sich jedoch auch bewusst, dass nicht jede Schwangerschaft bei einer Frau geplant und erhofft ist und nimmt den “Tag des Lebens” einmal mehr zum Anlass, mehr Beratungsangebote und Motivforschung bei Schwangerschaftskonflikten zu fordern. Vizepräsidentin Barbara Fruhwürth: „Eine anonyme Statistik und Motivforschung wäre eine dringend notwendige Grundlage für gezielte Beratungsangebote.”
Gleichzeitig appelliert die Vizepräsidentin an die Regierung, flankierende Maßnahmen wie ein flächendeckendes Netz an anerkannten psychosozialen und kostenfreien Beratungsstellen, eine Reform des Familienhärteausgleichsfonds oder die Einführung einer zumindest dreitägigen Bedenkzeit zwischen ärztlicher Beratung und Abbruch der Schwangerschaft im Ärztegesetz zu verankern, umzusetzen. Fruhwürth verweist dabei auf eine ähnliche Bedenkzeit, die es vor kosmetischen Operationen gibt: „Bei einer Nasenkorrektur sind zwischen Beratungsgespräch und Operation gesetzlich 14 Tage Bedenkzeit verpflichtend, um ausreichend Zeit für die Entscheidungsfindung zu haben,“ sagt die Vizepräsidentin und fragt: „Warum gilt das nicht auch für einen Eingriff wie den Schwangerschaftsabbruch?“ Bei dem Thema vermisst sie eine faktenbasierte Diskussion, bei der Frauen und Kinder im Mittelpunkt stehen.”















…eine unvorstellbare Zahl
Der aktuelle UNO-Bericht schätzt, dass weltweit jährlich mehr als 72 Millionen Abtreibungen durchgeführt werden. Von den 121 Millionen geschätzten ungeplanten Schwangerschaften pro Jahr (mehr dazu hier) werden ca. 60% mit einer Abtreibung beendet. Je nach Land und Gesetzeslage legal oder illegal.
Unabhängig von der jeweiligen Gesetzeslage, ist das, was hier passiert, unfassbar. 72 000 000 ist eine unvorstellbar große Zahl, egal, wie man sie schreibt. Das sind etwa 200 000 täglich, also annähernd die Einwohnerzahl der Stadt Linz. 8 000 pro Stunde. 140 Abtreibungen pro Minute, das sind rund 7 Schulklassen in einer Minute. Unvorstellbar – und doch will niemand darüber sprechen. In manchen Ländern wird Abtreibung sogar als Teil der Verhütung bzw. Familienplanung angesehen.
Der Bericht argumentiert, dass ein Zugang zu legaler Abtreibung wichtig für die Gesundheit der Frauen sei, denn illegale Abtreibungen werden oft unter unsicheren medizinischen Bedingungen durchgeführt. Das ist wahr. Eine saubere Abtreibung ist sicherer für die Frau, aber wird sie deswegen auch besser? Eine Abtreibung ist immer ein Übel. Die wenigsten Frauen „wollen“ einen Schwangerschaftsabbruch. Für die überwiegende Mehrzahl scheint er der einzige Ausweg aus einer wie auch immer gearteten Notlage zu sein. Diese Not zu mildern, den unglaublichen Druck zu nehmen, anstatt Abtreibungen zu fördern, das sollte unser Auftrag sein! Wir von #fairändern wollen das Tabu Schwangerschaftsabbruch brechen und fordern Maßnahmen ein, um Frauen in ihren Notlagen hilfreich zu unterstützen anstatt sie in den scheinbar einfachen Ausweg Abtreibung zu nötigen.
UN-Bericht (auf Englisch): https://www.unfpa.org/swp2022
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